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Das Portmoneum

Die Geschichte des Museums von Josef Vachal beginnt im Jahre 1920, als der Beamte, Laiendrucker und Kunstliebhaber Josef Portman seinen Freund, den Maler, Grafiker und Schriftsteller Josef Vachal nach Leitomischl einlud und ihn bat, die Decken und Wände zweier Räume seines Hauses auszuschmücken.

Josef Vachal, ein eigenartiger Künstler, der zu seinen Lebzeiten nicht genug geschätzt wurde, tat sich vor allem als Grafiker und Schöpfer von kunstvollen Büchern hervor, die er als eigenständige künstlerische Artefakte verstand und von der Handschrift und dem Schriftsatz über farbige oder schwarzweiße Holzschnitte bis hin zum Einband komplett selbst fertigte. Die Bücher gab er auf handgemachtem Papier in Auflagen von einem bis zwanzig Exemplaren heraus. Neben den Büchern befasste er sich mit der freien Grafik, namentlich mit mehrfarbigen Holzschnitten, der Malerei und der Keramikdekoration sowie der Mal- und Holzschnittdekoration von Möbeln. Sein schriftstellerisches und bildendes Werk schwankt gedanklich zwischen einer tiefen und gelehrten Würdigung der barocken Bücherproduktion, der Bänkellieder und der "blutigen" Volksromane des 18. und 19. Jahrhunderts einerseits und dem Interesse an der östlichen Religion und Philosophie, Theologie und Dämonologie andererseits. Josef Vachal erfüllte damals Portmans Bitte, und 1924 beendete er seine Arbeit in Leitomischl.

Vachals Wandmalereien im "Portmoneum" bilden eine derart komplizierte Struktur, dass es sehr schwierig ist, sie auf eine einfache Weise zu beschreiben. Diese auf den ersten Blick völlig inhomogene Mischung von Themen und Malereistilen hat eine eigene innere Logik, die man ohne Kenntnisse des gesamten Werks Vachals und vor allem ohne Kenntnis seiner Lebenseinstellungen und Ansichten über die Kunst nicht entziffern kann. Die Malereien sind von Dutzenden Bedeutungs- und direkten Zitaten anderer Werke des Künstlers durchwoben. Man findet hier eine Landschaft und daneben eine Vielzahl von Teufeln, Alben, Gnomen und Geistern, die sich mit klassischen Themen der christlichen Ikonographie und Hinweisen auf die hinduistische Bhagavadgita und andere östliche Quellen abwechseln. Eigentlich handelt es sich in gewisser Weise um einen Orbis pictus des seelischen Lebens und der künstlerischen Ansichten Vachals.

Als der Verlag Paseka 1991 Portmans Haus samt seiner Malereien mit der Absicht von der Nationalgalerie in Prag erwarb, das verwüstete Werk zu retten, befanden sich die Wandmalereien in einem wahrhaft trostlosen Zustand. Ein Teil der bemalten Flächen ging in den 70er Jahren bei dem Austausch von Fenstern und Türen verloren, und ein schicksalhaftes Ereignis war vor allem ein Brand Ende der 70er Jahre. Das einfließende Wasser trennte die Malereien von dem tragenden Putz, sodass sie teilweise abplatzten, und die Risse in den Wänden und im Gewölbe, die auf Grund von Beeinträchtigungen der Statik des Gebäudes entstanden waren, vergrößerten sich. Außerdem war die Malerei vor dem Beginn der Restaurierungsarbeiten mit Ruß, Staub und stellenweise auch mit Salpeter-Ausblühungen bedeckt. Die gesamte ungenügende Haftung der Malereien auf den Untergründen und der schlechte Zustand des Putzes führten zu dem Beschluss, die anspruchsvollste und risikoreichste Restaurierungsmethode zu wählen - einen Transfer der Malereien. Das bedeutete ihre Abnahme und spätere Einbettung in einen neuen Putz. Nach der Abnahme der zu transferierenden Malereien wurden die Putzreste entfernt, und im Sommer 1992 begann eine Baufirma mit allen Arbeiten, die für eine erfolgreiche Rettung des Werkes erforderlich waren: Ein neues Dach wurde gebaut und das Gewölbe gefestigt, Abdichtungen wurden vorgenommen und ein neuer Putz aufgetragen. Bis Juni 1993 brachten die Restauratoren unter der Führung von Jiri Latal die Malereien wieder an den Wänden an und führten eine Farbretusche und teilweise auch eine Rekonstruktion anhand der erhaltenen Fotodokumentation durch.

Alle Arbeiten wurden vom Verlag Paseka als Zeichen der Würdigung des Werkes Vachals finanziert und organisiert, und am 26. Juni 1993 konnte das Museum eröffnet werden. Es erhielt den Namen "Portmoneum" und somit denselben Namen, den ihm im Jahre 1924 auch Vachal selbst in seinem Buch "Der blutige Roman" (Krvavy roman) gegeben hatte.

Das Portmoneum

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