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Der Toulovec-Platz und seine Umgebung

Der Toulovec-Platz, auch Spitalek (Spitalplatz) genannt, entstand unterhalb der einstmaligen Burg, also an der Stelle Leitomischls, die höchstwahrscheinlich zuerst besiedelt wurde. Die Bezeichnung "Spitalek" erinnert daran, dass hier ab dem 14. Jahrhundert ein Spital stand, genauer gesagt ein Heim für verarmte und alte Stadtbürger. 1407 gründete Vavrinec Toulovec, ein Leitomischler Bürger mit umfangreichen Gütern in den umliegenden Dörfern, eine Stiftung, die kurz darauf von König Wenzel IV. bestätigt wurde. Dieses sicherte dem Spital de facto seine wirtschaftliche Existenz. Mit dem Namen von Toulovec sind zahlreiche Sagen verbunden, zum Beispiel jene, dass er ein Raubritter war, der die Armen bedachte. Angeblich soll er in den Felsenhöhlen zwischen Budislav und Jarosov ein Versteck für seine Reitgefolgschaft gehabt haben.

Wahrscheinlich entstand bald nach der Gründung des Spitals die Spitalkapelle, heute die Kirche der Versendung der hl. Apostel. Die Kirche ist heute das älteste erhaltene sakrale Gebäude in Leitomischl: Sie wurde 1407 in Zusammenhang mit der Toulovec-Stiftung zum ersten Mal erwähnt. Nur ein überdachter Gang verband die Kirche mit dem Spital. Einer Überlieferung zufolge wurde Vavrinec Toulovec in der Kirche begraben.

Die Kirche brannte mehrmals aus und wurde vor allem während der Hussitenkriege und später bei den religiösen Auseinandersetzungen in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts stark verwüstet. Sie wurde auch mehrmals umgebaut, namentlich nach den Bränden im 18. Jahrhundert. Eine umfangreiche Romantisierung und ein Ausbau der Empore und des Turmes in die heutige Gestalt fanden in den Jahren 1838-42 statt; damals wurde auch das Spital mit dem in unmittelbarer Nähe stehenden Speicher geschlossen, und seit dieser Zeit ist die Kirche selbstständig.

In der Kirche sind das gotische Rippengewölbe und andere mittelalterliche Elemente (beispielsweise das Maßwerk des mittleren Fensters) erhalten. Das Mobiliar, das heute in den Räumen der Leitomischler Propstei aufbewahrt wird, ist neuzeitlich und stammt überwiegend aus dem 19. und 20. Jahrhundert.

Neben der Kirche steht das Haus Nr. 151, in dem Magdalena Dobromila Rettigova, die Autorin eines bekannten tschechischen Kochbuches und anderer Werke, von 1834 an wohnte und 1845 starb. Ein bekannter Patriot war auch ihr Ehemann, der Magistratsbeamte Josef Sudislav Rettig, Autor von tschechischen Gedichten und Dramen. 1849 zog das städtische Rathaus vom Hauptplatz in dieses Haus um. Heute gehört es der Tschechoslowakischen Hussitischen Kirche und grenzt an deren Bethaus, das im neugotischen Stil im dritten Viertel des 19. Jahrhunderts erbaut wurde.

Durch die Bozena-Nemcova-Straße kommt man zu einer überdachten Treppe - der sog. "Pforte". Sie wurde einmal als Verbindung zwischen der Oberen (Neuen) und der Unteren Stadt errichtet. Heute führt die "Pforte" vor die piaristische Kirche und zum Schloss.

Links vom Toulovec-Platz befindet sich an einer erhöhten Einfahrt das Gasthaus "U Cerneho orla" (Zum schwarzen Adler), in dem man einst Theater spielte. In den Jahren 1854 und 1855 trat hier Josef Kajetan Tyl mit seinem Ensemble auf.

Ein Stück vom "Schwarzen Adler" entfernt, schon am Santa-Platz unter der Propstkirche, steht das Gebäude der Druckerei. Das Haus selbst ist nicht alt, es steht jedoch an einer denkwürdigen Stelle: Die Leitomischler Druckerei wurde bereits Anfang des 17. Jahrhunderts hierher verlegt. Josef Kajetan Tyl gab hier seine frühen Erzählungen heraus, und später, als Antonin Augusta in den Jahren 1852-63 die Druckerei besaß, arbeitete hier Jan Neruda als Redakteur, und es erschienen hier beispielsweise Werke von V. Halek, F. L. Riegera und J. Neruda. Man begann hier auch mit der Herausgabe der gesammelten Werke von Bozena Nemcova.

Direkt gegenüber der Druckerei steht das Haus Nr. 170, das Wohnhaus des bedeutenden tschechischen Sprachwissenschaftlers und Universitätsprofessors Quido Hodura. Seit 1974 ist das Haus mit einer Gedenktafel mit Hoduras Büste versehen, die ein Werk von Karel Lidicky ist.

Das angrenzende Eckhaus Nr. 171 ist mit einer Gedenktafel mit einem Relief versehen, die mitteilt, dass hier Jan Hiller, einer unserer wichtigsten Exponenten der fortschrittlichen Turnbewegung, geboren wurde. Gegenüber, auf der anderen Seite der ursprünglich engen Gasse stand früher das Haus Nr. 172, in dem 1878 Zdenek Nejedly zur Welt kam.

Auf dem Toulovec- und dem Santa-Platz und in den anliegenden Straßen wurde 1997-1999 die Pflasterung saniert und ein neues städtisches Mobiliar aufgestellt. Der Toulovec-Platz ist seit der Renovierung ein ruhiger Ort, der zur Erholung wie geschaffen ist. In den letzten Jahren haben sich die "Toulovec-Ferienfreitage" im Leben der Stadt einen festen Platz gesichert. An diesen Tagen treffen sich hier Hunderte von Kindern und Erwachsenen bei Konzerten und Theatervorstellungen.

Im gesamten historischen Stadtzentrum können Sie sich unter anderem auch von bronzenen Informationstafeln führen lassen.

Der Toulovec-Platz und seine Umgebung

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