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Der Smetana-Platz und seine Umgebung

Die längliche Form des Leitomischler Hauptplatzes weckt die Aufmerksamkeit vieler Besucher, denn eigentlich ist er eine lange und breite Straße. Der Platz entstand in der Tat entlang eines alten Handelsweges und Marktplatzes (der Handelsweg führte ganz am Anfang etwas vom Fluss entfernt über den heutigen Platz "Spitalek" und wurde erst später näher an die Loucna versetzt). Die Häuser wurden zuerst aus Holz, später (hauptsächlich wegen der Brandgefahr) aus Stein erbaut.

Die häufigen Brände in der Stadt haben dazu geführt, dass die Gestalt der Fassaden überwiegend aus dem 18. und vor allem 19. Jahrhundert stammt, obwohl viele Häuser auf wesentlich älteren Fundamenten stehen. An dem Platz befindet sich eine bunte Reihe von überwiegend barocken, klassizistischen und Empire-Fassaden mit Giebeln oder Attikken. Größtenteils sind noch die Laubengänge erhalten, die seit der Zeit der Kostkas von Postupice gebaut wurden, um den Platz auch bei Regen trockenen Fußes begehen zu können.

Der Leitomischler Platz ist nach wie vor ein Zentrum des städtischen Lebens, wie in jener Zeit, in der die Stadt nur aus dem Platz und einigen anliegenden Straßen bestand. Bis heute sind hier viele Häuser zu sehen, die nicht nur wegen ihrer Architektur bemerkenswert sind, sondern auch wegen der interessanten und berühmten Leute, die hier wohnten.

Lassen Sie uns einmal über den Platz spazieren und den steigenden Hausnummern folgen, also an der rechten Seite des Unteren Platzes entlang zum Rathausturm, an der Mariensäule vorbei auf den Oberen Platz bis hin zu der Stelle, an der einst das Obere Tor stand, und anschließend durch die Laubengänge wieder zurück:

Das untere Stadttor aus dem Jahre 1536 stand bis 1835. Es bewachte den Zugang in die Stadt von Vysoke Myto her.

An der Ecke zwischen dem Platz und der Jirasek-Straße, von wo sich ein Ausblick auf das Leitomischler Schloss eröffnet, befindet sich ein neuzeitliches, dreigeschossiges Postgebäude, das an der Stelle der alten Post steht, die aus Werken von Alois Jirasek bekannt geworden ist. So kommen wir auf den Platz und haben gleich Gelegenheit, uns an den bedeutendsten Sohn der Stadt zu erinnern, den Komponisten Friedrich Smetana - seit 1924 steht hier sein bronzenes Denkmal, das letzte der vollendeten Monumentalwerke des hervorragenden tschechischen Bildhauers Jan Stursa. Smetanas Namen bekam der Platz nach 1989.

Hinter dem Smetana-Denkmal befindet sich ein neugotisches Haus, in dem Alois Jirasek in den Jahren 1874-1876 nach seiner Ankunft in Leitomischl als Aushilfslehrer am Gymnasium wohnte. An der Stelle des Hauses Nr. 27 stand ein Haus, in dem Bozena Nemcova mit ihrer Familie in den Jahren 1839-1840 wohnte. Während dieses Aufenthaltes brachte sie ihren Sohn Karel zur Welt. Am Haus befindet sich eine Gedenktafel mit einer Büste der Schriftstellerin, einem Werk von Ladislav Faltejsek aus dem Jahre 1971. Das Haus Nr. 45 mit einer einfachen Fassade ist das Geburtshaus des Schriftstellers Èestmir Jerabek.

Das Alte Rathaus mit seinem Turm wurde 1418 erbaut. In der heutigen Gestalt hat es eine Barockfassade aus dem 18. Jahrhundert, als das Gebäude noch mit dem Nachbarhaus Nr. 53 verbunden war. Unter der neuzeitlichen Aposteluhr aus dem Jahre 1907 ist ein Kontroll-Längenmaß in den Turm eingemauert, die Leitomischler Elle (ungefähr 59 cm). Es diente früher auf den Märkten den Käufern zum Nachmessen von gekauften Stoffen. Eine Markierung mit einer Erläuterungstafel zeigt den Wasserspiegel während der katastrophalen Überschwemmung im Jahre 1781, die einen großen Teil des Platzes verwüstete.

Die Straße, die von dem Rathausturm von dem Platz wegführt, wurde erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts durchbrochen, als einige Staatsbehörden umzogen und das neu angepasste Gebäude zum Gerichtssitz wurde. Das Rathaus wurde damals an den Toulovec-Platz verlegt.

Ein weiteres interessantes Haus ist das ehemalige Herrschaftshaus Nr. 61 mit einer Fassade aus dem Ende des 18. Jahrhunderts. 1825 kaufte es der Vater von Friedrich Smetana, der Herrschaftsbrauer Frantisek Smetana, vom Grafen Wallenstein. Während der Ersten Republik war hier das städtische Rathaus untergebracht. Im Haus Nr. 67 wurde der Demokrat und Patriot Frantisek Emanuel Velc 1816 geboren, der Sekretär des Prager Nationalkomitees im Revolutionsjahr 1848.

Im Haus Nr. 71 arbeitet heute das städtische Informationszentrum, im Nachbarhaus das Regionale europäische Informationszentrum. Vor diesen Häusern steht eine Mariensäule aus dem Jahre 1716 mit Statuen der Heiligen Jungfrau, des hl. Wenzels und des hl. Johanns von Nepomuk, die vermutlich nach einem Entwurf von Giovanni Battista Alliprandi erbaut wurde und über 11 Meter hoch ist. Bis 1894 stand unweit der Skulpturengruppe ein Brunnen aus dem Jahre 1740, der 1767 mit einer St.-Florian-Statue des Leitomischler Künstlers Vaclav Hendrych geschmückt wurde. Nach der Entfernung des Brunnens wurde die Skulptur auf den Platz vor der Dechanei übertragen. Hier befindet sie sich noch heute.

Ein Stuckrelief eines Bären am neuzeitlich umgebauten Haus Nr. 81/82 erinnert daran, dass hier im 19. Jahrhundert der Ausspann "Zum schwarzen Bären" stand. Aus den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts stammt das Hotel "Zlata hvezda" (Goldener Stern), an einer Stelle, an der im 19. Jahrhundert ein kleineres Hotel mit dem Namen "Blauer Stern" stand. Hier war Bozena Nemcova während ihres zweiten Leitomischler Aufenthaltes zu Hause. Eine Marmortafel aus dem Jahre 1932, ein Werk von Frantisek Kysela, erinnert daran.

An der Zufahrt in die Stadt von Svitavy aus stand das Obere (Deutsche) Tor; es wurde 1822 abgerissen.

Auf der anderen Seite des Platzes weckt das Geburtshaus von Dr. jur. Frantisek Augustin Brauner, einem tschechischen liberalen Politiker des 19. Jahrhunderts, unser Interesse als erstes. Zwischen den Häusern Nr. 97 und 98 befindet sich eine schmale Gasse, die im 14. und 15. Jahrhundert "Webergasse" hieß. Heute ist sie unter dem jüngeren Namen "Umrlci" (Totengasse) bekannt, da durch sie die Begräbniszüge aus der Stadt zum alten Friedhof an der Dechantkirche gingen.

Im Nachbarhaus Nr. 99 lebte Frantisek Jelinek, ein Fleischermeister aus Hrochuv Tynec und begeisterter Amateurhistoriker, der in den Jahren 1838-1845 die dreiteilige "Geschichte der Stadt Leitomischl" herausgab. Das nächste Haus, die Nr. 100, erinnert wieder an einen der berühmten Leitomischler, an Julius Marak, einen tschechischen Landschaftsmaler aus dem 19. Jahrhundert.

Die Nummer 110 trägt ein Schmuckstück der bürgerlichen Renaissancearchitektur, das Haus "U Rytiru", heute ein Ausstellungsgebäude für Museum und Galerie.

An der Stelle der Sparkasse an der Ecke (Nr. 112) stand früher ein Haus mit einem massigen Eckpfeiler und einem Erker. In diesem Haus wohnte Alois Jirasek in den Jahren 1876-1879 als junger lediger Professor. Ab 1885 lebte hier Tereza Novakova und in den Jahren 1895-1909 der Literaturhistoriker Jan Vobornik.

Am Haus Nr. 117 befindet sich ein Relief mit der Abbildung der Wappensage der Herren von Pernstejn aus dem Jahre 1548.

Im Haus Nr. 123 war ab 1835 Veseliks Buchhandlung untergebracht, ein Treffpunkt der Leitomischler Aufklärer. Bemerkenswert ist das Haus Nr. 127, dessen Fassade zur seitlichen Vachal-Straße mit Sgraffiti aus dem Jahre 1998 nach den Holzschnitten in Vachals Buch "Krvavy Roman" (Der blutige Roman) geschmückt ist.

Unser Spaziergang über den Smetana-Platz endet am Haus Nr. 139. Hier stand in der Pernstejn-Zeit in den Jahren 1587-1629 die städtische Brauerei. Auch später, als die Bürger aufhörten, das Bier zu brauen und das Haus in private Hände kam, behielt das Haus den Namen "stavunk". In die Fassade zum Postamt wurde 1978 das steinerne Wappen der Familie Trautmannsdorf aus dem abgerissenen Tor des Hofes Perstyn bei Nedosin eingemauert.

1998 wurde der Smetana-Platz gründlich saniert. Die Pflasterung wurde renoviert, ein neues Mobiliar samt historisierender Lampen wurde angebracht, und im mittleren Teil entstand eine Ruhezone. Nicht nur auf dem Smetana-Platz, sondern im gesamten historischen Stadtzentrum können Sie sich unter anderem auch von bronzenen Informationstafeln führen lassen.

Der Smetana-Platz und seine Umgebung

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