Litomysl Die Kirche der Kreuzerhöhung und die Propstei záložky a sdílení

Die Kirche der Kreuzerhöhung und die Propstei

Die heutige Kirche der Kreuzerhöhung entstand ursprünglich als Klosterkirche der Augustiner. Sie wurde 1356 vom damaligen Leitomischler Bischof, dem gebildeten Kanzler Karls IV., Johann von Neumarkt (Jan ze Stredy) gegründet; auf seine Veranlassung hin kamen die Augustiner aus dem Kloster an der Thomas-Kirche in Brünn hierher. Der Bau der Kirche und des Konventgebäudes begann sicherlich kurz danach: Die Kirche wurde 1378 fertig gestellt.

Nach der Besetzung Leitomischls durch die Hussiten und dem Untergang des Klosters wurde 1428 die Pfarrei aus der Kirche des hl. Klemens im Burgareal hierher übertragen. An das zerstörte Konventgebäude erinnern heute nur noch die freigelegten Bögen des Kreuzganges an der südlichen Kirchenwand, die St.-Josef-Kapelle mit einer Sakristei und höchstwahrscheinlich auch ein Teil der Kapelle der hl. Margarete, die heute in die Dechanei eingegliedert ist.

Die südliche Vorhalle wurde 1525 unter den Kostkas von Postupice erbaut. Nach dem Brand im Jahre 1560 wurde das beschädigte Gewölbe abgetragen und eine Holzdecke in die Kirche eingezogen. Ein neues, niedrigeres Gewölbe erhielt die Kirche erst während der Renovierung, die unter Maria Manrique de Lara, der Witwe von Vratislav von Pernstejn, drei Jahre nach dem Brand im Jahre 1601 erfolgte. Nach der Überwölbung des Schiffes wurde die westliche, sog. Manrique-Vorhalle mit einem Renaissanceportal errichtet. An der Kirche wurde eine Schule gegründet, die erst 1777 an einen anderen Ort verlegt wurde.

Die gotische Gestalt hat sich bis heute vor allem in der St.-Josef-Kapelle an der Südseite des Presbyteriums erhalten. Im 16. Jahrhundert wurden die westliche Musikerempore und die nördliche Literatenempore ins Hauptschiff eingegliedert.

Ab 1657 war der spätere bedeutende böhmische Historiker Tomas Pesina z Èechorodu Dechant in Leitomischl.

Das Barockgebäude der Dechanei (heute Propstei bzw. Kapitel) entstand 1758-1763 nach dem Entwurf des Leitomischler Architekten Jiri Beba.

Die Kirchenausstattung stammt größtenteils aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Der Hauptaltar wurde 1767 gebaut, den Skulpturenschmuck schufen Frantisek Pacak und Jiri Pacak d.J. und das Bild der Kreuzerhöhung malte Ignac Raab. Die Bilder des Kreuzweges stammen aus dem Jahre 1773 und sind von Josef Cereghetti. Die Kirche und die Dechanei wurden bei den Bränden von 1775 und 1814 beschädigt, das Mobiliar blieb allerdings überwiegend erhalten.

Die Terrasse mit einer Treppe vor der Kirche wurde Anfang des 19. Jahrhunderts umgebaut. Das ursprüngliche Holzkruzifix aus dem Jahre 1775 wurde 1806 mit dem heutigen Steinkreuz ersetzt.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Kirche in einigen Etappen teilweise regotisiert, u.a. unter Teilnahme des Architekten Frantisek Schmoranz, und gewann dadurch in den Hauptzügen ihr heutiges Aussehen (neugotisch ist auch ein Teil des heutigen Mobiliars). Die Entwürfe, die einen noch deutlich radikaleren Umbau vorsahen, wurden nicht realisiert, und die Kirche der Kreuzerhöhung blieb ein wichtiges und wertvolles Denkmal mit vielen interessanten architektonischen und künstlerischen Details und mit Fragmenten der ursprünglichen Verzierung.

Die Bedeutung der Kirche wurde hervorgehoben, als 1994 - anlässlich des 650. Gründungstages des Leitomischler Bistums - bei ihr das Kollegiatenkapitel gegründet wurde.

In den Jahren 1995-2000 fand eine umfangreiche Renovierung der Kirche und der Propstei statt. Die Gebäude erhielten neue Fassaden, in der Kirche wurde eine neue Pflasterung gelegt, es wurden bisher unbekannte Wandmalereien entdeckt u. dgl. m. Im Mai 2000 wurde nach fast zweijähriger Arbeit auch eine neue Orgel eingeweiht. Ein von der Firma Vladimir Grygar - Varhany Prostejov hergestelltes Instrument ersetzte die ältere Orgel von J. Kobrle aus dem Jahre 1902. Die neue Orgel ist so konzipiert, dass sie Interpretationen von Musik aus sämtlichen Stilepochen ermöglicht. Sie ist eines der größten Instrumente in Ostböhmen.

Auch dank der Sanierung der Klostergärten im Jahre 2000 ist die Kirche der Kreuzerhöhung auch heute ein ausdrucksvolles Wahrzeichen der gesamten Stadt. Die lange Geschichte und der künstlerische Wert der Kirche bleiben nach wie vor ein wichtiger Bestandteil ihres geistlichen Reichtums.

Die Kirche der Kreuzerhöhung und die Propstei

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