Litomysl Die Piaristische Kirche der Auffindung des Heiligen Kreuzes und das Kolleg záložky a sdílení

Die Piaristische Kirche der Auffindung des Heiligen Kreuzes und das Kolleg

Der Piaristenorden wurde 1640 von Frebonia von Pernstejn nach Leitomischl eingeführt. Die Piaristen (sie kamen aus Mikulov) waren ein Schulorden, dessen Ziel es war, vor allem arme Jugendliche in ihren Schulen auszubilden. Das Leitomischler piaristische Gymnasium wurde 1644 eröffnet. Zu dieser Zeit standen schon drei Flügel - der letzte wurde erst 1681 vollendet - des piaristischen Kollegs und des Schulgebäudes mit einer kleinen Kirche an der Stelle der heutigen Kirche. Ein Teil des Kollegs bildeten ein Refektorium mit Stuckdekoration und Malereien sowie eine auf ähnliche Weise geschmückte Kapelle, die "Fegefeuer" genannt wurde. Schon bei der Gründung des Kollegs entstand ein ausgedehnter, später mehrmals veränderter Garten und ein Obstgarten. Beide sind bis heute ein wichtiger Teil der sog. Klostergärten.

1714 begann der Eigentümer der Leitomischler Domäne, Graf Franz Wenzel von Trautmannsdorf, den Bau einer neuen großen Kirche und neuer Schulgebäude. Anstatt der ursprünglichen Pläne von Nikolaus Rossi wurde das Projekt des bedeutenden Barockarchitekten Giovanni Battista Alliprandi (der in der Leitomischler Propstkirche begraben ist) realisiert; nach dessen Tod im Jahre 1720 beendigte Frantisek Maxmilian Kanka den Kirchenbau. Er änderte das Aussehen der Fassaden und schuf vermutlich die Innenausstattung. Das Schulgebäude (heute Museum und Galerie) wurde 1719 fertig gestellt (über dem Portal befindet sich eine Statue des Ordensgründers, des hl. Josef von Calassa) und der Bau der Kirche drei Jahre später abgeschlossen. An der Ausschmückung der Kirche beteiligten sich eine Reihe anderer hervorragender Künstler. Vier Evangelisten-Statuen in der Vierung und die Figuren des hl. Wenzel und des hl. Prokop an der Fassade wurden in der Werkstätte von M. B. Braun (Jiri Pacak) geschaffen, Vaclav Jindrich Nosek bemalte 1728 das Gewölbe der Kuppel, und das Bild über dem Hauptaltar wurde von dem bedeutenden italienischen Maler F. Trevisani gemalt. Die Kirche wurde zu einem prägenden Teil des Stadtpanoramas und ist eines der wichtigsten Barockgebäude der Region.

Die Kirche erlitt bei mehreren Bränden Schäden - vor allem in den Jahren 1735, 1775 und 1814. Bei dem Brand 1775 wurde die Innenausstattung und die nicht mehr erneuerte Malerei in der Kuppel stark beschädigt. Zum Opfer fiel auch das Altarbild, das drei Jahre später mit einer Kopie von V. Fischer, einem Professor der Wiener Akademie, ersetzt wurde. Die Inneneinrichtung wurde während des ganzen 19. Jahrhunderts vervollständigt.

Die Orgel auf der Empore, einst eines der besten Instrumente in Ostböhmen, heute leider in desolatem Zustand, wurde in den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts vom Kuttenberger Orgelbauer Horak gebaut.

Die Kirche diente vor allem den Gottesdiensten der Piaristenpater und Studenten der piaristischen Schulen. Sie ist auch die letzte Ruhestätte der Ordensangehörigen und der Grafen aus dem Geschlecht Trautmannsdorf und Wallenstein-Wartenberg.

1948-1949 erfolgte die für lange Zeit letzte Renovierung der Kirche (Renovierung der Türme und Dacherneuerung).

Schon ab 1958, als der schlechte Zustand der gesamten Kirche zum ersten Mal offiziell festgestellt wurde, zogen sich die erfolglosen Bemühungen um ihre Sanierung hin. 1972 wurde die Kirche in den Staatsbesitz übertragen (seit dieser Zeit wird sie vom Institut für Denkmalpflege in Pardubice, früher KSSPPOP, verwaltet). Erst 1978 wurde ein Projekt für eine Gesamtsanierung erstellt, aber die Arbeiten begannen auch dann noch nicht. 1981-82 wurde die Innenausstattung der Kirche ausgebaut und ein Teil wurde zur Restaurierung übergeben. Zur geplanten Demontage der Evangelisten-Statuen und der Orgel kam es allerdings nicht mehr, und die Arbeiten wurden wieder unterbrochen. Anfang der 90er Jahre fanden einige Konzerte im Rahmen des Festivals "Smetanova Litomysl" in der Kirche statt.

Bereits 1967 wurde festgestellt, dass einige Särge in der Kirchenkrypta demoliert worden waren und die Vandalen auch andere Teile des Bauwerkes beschädigt hatten.

1991-94 wurde die Kirche teilweise renoviert. Das Dach (vor allem die gefährlich durchhängenden Dachgerüste), die beiden Türme und auch die Fassade wurden repariert. 1997-2000 wurde dann auch das Gebäude des Kollegs saniert. Die piaristische Kirche ist heute der Öffentlichkeit nicht zugänglich. Dieses wertvolle Denkmal wartet erst auf die Wiederherstellung seiner Innenräume.

Die Piaristische Kirche der Auffindung des Heiligen Kreuzes und das Kolleg

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